“Mir kaufet nix!”

Auf meinen Weg von Konstanz nach Stuttgart kämpfte ich mich über die raue, steinige und doch so bildschöne Schwäbische Alb.

Ein ewiges Auf und Ab mit Steigungen, die mir fast schon senkrecht vorkamen und Talabfahrten, bei denen auch ich als Nicht-Katholik anfing, mich zu bekreuzigen. Bei meinem ersten Stop, im malerischen Ort namens Gammertingen, hatte ich das starke Bedürfnis zu duschen und dachte, dass ein junger, abgeschaffter Mann die Herzen der Einheimischen erweichen könnte.

Gefühlt habe ich an 50 Türen geklingelt und meine Bitte vorgetragen. Und gefühlte 50 Mal musste ich mich mit den ausgefallensten Absagen abfinden. Von: “Mir kaufet nix” über “Tut uns wirklich furchtbar leid, aber unser Bad wird grade heute renoviert” abfinden.  Nach diesen Enttäuschungen duschte ich dann auf einem verlassenen Feld mit einer Flasche prickelndem Mineralwasser und schwor mir für den nächsten Morgen, an dem ich sicher hungrig und durstig sein würde: “Hier in Gammertinga. Da kauf i nix!”

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ZELTEN, SCHWÄBISCHE ALB

ATTRAKTION DES TAGES, GAMMERTINGEN
FOTO: PHILIPP KÖHLER
DER WEG DURCH DIE DÖRFER DER SCHWABEN
FOTO: PHILIPP KÖHLER