Zelten “unerwünscht”


ZELTEN “UNERWÜNSCHT”, 08.36 UHR, HOLZAPPEL


BODENSEE RICHTUNG NORDSEE NUMMERNSCHILD AM ANHÄNGER
Das kleine Dörfchen Holzappel liegt 297 Meter über dem Meeresspiegel. Und das spürt man auch. Ein Schild warnt die Radler hier hochzufahren, da die Serpentinen steil, gefährlich und von Kreuzen am Wegesrand gesäumt sind. Ich tat es trotzdem, weil mein Ethos es mir verbat, auf motorisierte Vehikel auszuweichen. Ohne Atem, dafür nassgeschwitzt und gefühlte 3 Kilo leichter, kam ich oben an und wurde von den Holzäpplern begrüßt mit Sätzen wie: “Vorsicht, da kommt der Scherztransport!” oder “Hat dich deine Olle rausgeschmissen?!” Ich weiss nicht, ob es an der Höhenluft liegt, aber die Holzäppler sind irgendwie ein witziges Völkchen.

Der Spaß war jedoch ganz schnell vorbei als ich, auf einem nahegelegenen Feld mein Zelt aufschlagen wollte. Als ich den letzten Hering in den Boden stieß, kam der Bauer mit Hosenträger und Ledermütze an und meinte, ich solle hier abhauen und doch lieber im benachbarten Geilnau zelten, die hätten bestimmt nix dagegen. Ich versprach ihm, zu verschwinden, und er zog von dannen. Doch ich war körperlich so am Ende, dass ich auf Geilnau pfiff und nur dachte: geil, endlich schlafen.

Die Strapazen durch die Höhenmeter wurden am nächsten Morgen durch diese Panorama-Sicht aufgewogen.

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